Wie werden Roboter den Formenbau verändern?

Die vierte industrielle Revolution ist in aller Munde und in vielen Fachmagazinen wird darüber gesprochen, dass Roboter wesentlich mehr Bereiche der Produktion einnehmen werden, als es bisher jetzt der Fall ist. Vom selbstfahrenden Lastwagen bis zum Androiden, der Hotelgäste begrüßt, sind die ersten Prototypen jetzt schon auf dem Markt. Wenn man sieht, dass Toyota fast genauso viele Autos wie VW baut, aber nur fast die Hälfte an Arbeitnehmern hat, dann wird man eine Ahnung davon bekommen, wie sehr Roboter tatsächlich auf dem Vormarsch sind.

Auch im Formenbau geht schon seit vielen Jahren nichts mehr ohne den Computer. Roboter können Objekte dreidimensional scannen, berechnen und dann an einen 3D-Drucker schicken, der eine Matrize aus einem Kunststoff fertigt, die dann wiederum als Form für die eigentliche Metallmatrize dienen kann. Sowohl Spritzguss- als auch Druckgussmaschinen können schon heute weitgehend selbstständig arbeiten.

Wird der Beruf des Formenbauers dadurch bedroht sein? Nur dann, wenn sich Berufsbild und Berufstätige nicht an die Entwicklungen anpassen. Formenbau wird zunehmen automatisiert und technisiert, aber es wird immer noch Menschen brauchen die diese großen Anlagen managen und reparieren. Eine komplett autarke Fabrik ist eine Utopie. Allerdings wird ein Roboter-Formenbau weniger Hilfsarbeiter und so gut wie keine unqualifizierten Arbeiter mehr brauchen.

Der größte Roboter der Welt heißt M-2000iA und steht beim einem Formenbauer in Österreich. Das Gerät ist so groß wie ein Einfamilienhaus, konnte aber nach Aussagen der Besitzer die Effektivität der Produktion um 30 Prozent steigern. Das macht er untere anderem dadurch, dass er drei Maschinen gleichzeitig bedient. Darunter ist eine 5-Achs-Fräsmaschine. Viele Formenbauer bekommen heute nur noch dann Aufträge, wenn ein bestimmter Automatisierungsgrad nachgewiesen werden kann. Denn nur so können Formen präzise, kostengünstig und schnell ausgeliefert werden.

Gerade kleine Unternehmen werden von der Automatisierung profitieren können, denn sie brauchen keine langen Projektlaufzeiten, um Roboter in den Produktionsabläufe zu integrieren. Die Investitionskosten können sich schnell rechnen, wenn ein Roboter drei Schichten fahren kann, ohne eine Pause machen zu müssen.