Der Polyman kann die Formenbauausbildung revolutionieren

Der Begriff Polyman suggeriert eine bestimmte Vielseitigkeit, und die ist beim Polyman fast wörtlich zu nehmen. Es handelt sich dabei um eine Zweikomponentenanwendung aus der Bautechnik, die eine kunststoffgerechte und eine nicht kunststoffgerechte Seite hat. Das Gerät wird in der Ausbildung eingesetzt werden.

Entwickelt wurde es an der Hochschule Reutlingen von Professoren und Maschinenbaustudenten. Das Grundproblem war immer gewesen, wie man darstellen kann, ob eine Maschine bei der Formenherstellung gut eingestellt ist und auch gut funktioniert. Der Polyman hat eine so genannte „Gutseite“ und eine „Schlechtseite“, die Formen in Blau und Orange produzieren. Die Schlechtseite produziert Fehler wie fehlende Schrägen, unterschiedliche Dicken oder Teile, die verbogen sind oder wo der Schwund nicht gleichmäßig ist. Dieses Produkt kann man dem der Gutseite gegenüberstellen und sofort sehen, was man falsch gemacht hat. Außerdem zeigt die blaue Seite an, wie man bei bestimmten Einstellungen sogar noch Kosten sparen kann, weil man weniger Material und Arbeitszeit benötigt.

Ausbilder und Auszubildende schätzen die Multifunktionalität des Gerätes, denn es kann gleich mehrere Werkzeuge simulieren. Was bisher nur aus Büchern im Formenbau gelernt werden konnte, kann man jetzt direkt ausprobieren und in der Realität erfahren, ohne den laufenden Betrieb eines Unternehmens zu stören und hohe Kosten durch fehlerhafte Textprodukte entstehen zu lassen.

Wenn ein Produkt gestaltet wird, dann werden die Daten an den Polyman geschickt und der gießt dann das Produkt in eine Kunststoffform. Um zu zeigen, wo Optimierungsbedarf vorhanden ist, werden die jeweiligen problematischen Stellen orange eingefärbt. So kann ein Formenbauer in der Ausbildung viel Erfahrung sammeln, weil er nicht nur Daten hat, sondern auch etwas, das er anfassen kann. Mit der Farbgebung hat man auch eine psychologischen Vorteil: Statt rot und grün zu verwenden, die in der Regel richtig und falsch anzeigen, hat man blau und orange eingebaut, die eher für gut und verbesserungswürdig stehen. So werden die jungen Formenbauer nicht demotiviert.