Wie ein Spielautomat gebaut wird

Ein moderner Spielautomat und ein Videospiel bestehen nicht nur aus Elektronik, sondern aus vielen Bestandteilen, die industriell hergestellt werden und für die spezielle Formen benötigt werden. Zunächst einmal gibt es ein Design, das vor allem das Gehäuse festlegt. Hierbei wird auch entschieden, wie viele Walzen es geben soll. Dann wird das Layout der Vorderseite festgelegt: Welche Knöpfe gibt es und wie viele davon, welche Größen haben sie. Es muss einen Geldschlitz für Münzen, einen für Geldscheine und eventuell einen Schlitz für Kreditkarten geben. Diese Schlitze sind selten handgefertigt, sondern sind Standardelemente, die auch in anderen Automaten verwendet werden. Dasselbe gilt für die Walzen, da auch sie meist in Massen produziert und dann nur mit den kundenspezifischen Symbolen beklebt werden.

All das braucht man nicht, wenn man online spielen.casino spielen oder Sportwetten machen will. Denn wenn es virtuell ist, dann braucht man keine mechanischen Teile, sondern lediglich Server, deren Gehäuse meistens auch im Spritzgussverfahren gefertigt werden.

Je mehr Standards bei den Bauteilen verwendet werden, umso günstiger kann ein Spielautomat werden. Wenn Plastikteile und Metallteile in hochwertigen Metallformen gegossen oder gepresst werden, dann lohnt sich das nur bei hohen Stückzahlen. Kaum ein Formenbauer wird nur für einen Spielautomatentypen eine Form fertigten, es sei denn der Kunde ist bereit dazu, einen höheren Preis zu bezahlen.

Da der Spielbetrieb und der Spielspaß aber wenig mit dem Material zu tun haben, ist es sinnvoll, Dauerformen zu verwenden und hohe Stückzahlen an Spielautomatengehäusen zu fertigen. Außerdem ist der Kunde so mit den Abmessungen und der Beschaffenheit von Knöpfen und Schaltern vertraut. Den Reiz machen dann die Angebote wie Freispiele und Boni aus. Hier haben die Online-Versionen sogar Vorteile, weil sie wegen der höheren Einzahlungsmöglichkeiten auch höhere Auszahlungsboni anbieten können.

Mehr Arbeit von Formenbauern ist im Innenleben eines Spielautomaten zu sehen. Fast jedes Plastikteil, zum Beispiel die Schachteln, in denen die Elektronik unterbracht ist oder Klammern, die die Kabel zusammenhalten, sind einmal aus einer Form gegossen worden.

Unsere Seiten zum Formenbau

Deutschland ist unter anderem deshalb wirtschaftlich so stabil, weil es einen gesunden Mittelstand gibt und einen großen Teil davon machen Betriebe aus, die im Maschinenbau arbeiten. Maschinen aus Deutschland werden in die ganze Welt verschickt, darunter auch solche, die Formen produzieren. Formenbau ist heute eine Spezialität deutscher Maschinenbauer geworden und deshalb wollen wir diesen Berufszweig mit diesen Seiten Tribut zollen.

Sie erfahren hier zum Beispiel, welche Formen es überhaupt gibt, aus welchen Materialien sie gefertigt sind und welche Materialien sie verarbeiten. Man muss nämlich schon einmal unterscheiden, ob die Formen für Metall oder Kunststoff gedacht sind, und ob sie einmal oder mehrmals verwendet werden sollen.

Formenbau und Roboter

Ein weiterer Artikel widmet sich der Zukunft der Branche: Roboter mache einen immer größeren Teil der Produktion aus. Sie haben auch Einzug in den Formenbau gehalten. So steht der größte Roboter der Welt ausgerechnet bei einem Formenbauer in Österreich und nicht in einer Autofabrik.

Wie es um den Nachwuchs bestellt ist, berichten wir anhand eines Artikels über ein neues Ausbildungsgerät, den Polyman. Der Polyman ist eine Art Allroundformenbaumaschine, die den Auszubildenden anzeigt, wo sie Fehler gemacht haben und welche Bereiche einer Form noch verbessert werden können. Unterschiedlich gefärbter Kunststoff zeigt diese Bereiche an. Wie man Formenbau in der Praxis anwendet, zeigen wir schließlich am Beispiel des Baus von Spielautomaten, die heute viele Standardelemente verwenden, an die ohne den modernen Formenbau gar nicht zu denken wär. Hierbei geht es von Walzen bis zu den Geldschlitzen an Spielautomaten.

Wir hoffen dass Sie auf unseren Seiten einige hilfreiche Informationen zum Thema Formenbau bekommen haben.

Der Polyman kann die Formenbauausbildung revolutionieren

Der Begriff Polyman suggeriert eine bestimmte Vielseitigkeit, und die ist beim Polyman fast wörtlich zu nehmen. Es handelt sich dabei um eine Zweikomponentenanwendung aus der Bautechnik, die eine kunststoffgerechte und eine nicht kunststoffgerechte Seite hat. Das Gerät wird in der Ausbildung eingesetzt werden.

Entwickelt wurde es an der Hochschule Reutlingen von Professoren und Maschinenbaustudenten. Das Grundproblem war immer gewesen, wie man darstellen kann, ob eine Maschine bei der Formenherstellung gut eingestellt ist und auch gut funktioniert. Der Polyman hat eine so genannte „Gutseite“ und eine „Schlechtseite“, die Formen in Blau und Orange produzieren. Die Schlechtseite produziert Fehler wie fehlende Schrägen, unterschiedliche Dicken oder Teile, die verbogen sind oder wo der Schwund nicht gleichmäßig ist. Dieses Produkt kann man dem der Gutseite gegenüberstellen und sofort sehen, was man falsch gemacht hat. Außerdem zeigt die blaue Seite an, wie man bei bestimmten Einstellungen sogar noch Kosten sparen kann, weil man weniger Material und Arbeitszeit benötigt.

Ausbilder und Auszubildende schätzen die Multifunktionalität des Gerätes, denn es kann gleich mehrere Werkzeuge simulieren. Was bisher nur aus Büchern im Formenbau gelernt werden konnte, kann man jetzt direkt ausprobieren und in der Realität erfahren, ohne den laufenden Betrieb eines Unternehmens zu stören und hohe Kosten durch fehlerhafte Textprodukte entstehen zu lassen.

Wenn ein Produkt gestaltet wird, dann werden die Daten an den Polyman geschickt und der gießt dann das Produkt in eine Kunststoffform. Um zu zeigen, wo Optimierungsbedarf vorhanden ist, werden die jeweiligen problematischen Stellen orange eingefärbt. So kann ein Formenbauer in der Ausbildung viel Erfahrung sammeln, weil er nicht nur Daten hat, sondern auch etwas, das er anfassen kann. Mit der Farbgebung hat man auch eine psychologischen Vorteil: Statt rot und grün zu verwenden, die in der Regel richtig und falsch anzeigen, hat man blau und orange eingebaut, die eher für gut und verbesserungswürdig stehen. So werden die jungen Formenbauer nicht demotiviert.

Wie werden Roboter den Formenbau verändern?

Die vierte industrielle Revolution ist in aller Munde und in vielen Fachmagazinen wird darüber gesprochen, dass Roboter wesentlich mehr Bereiche der Produktion einnehmen werden, als es bisher jetzt der Fall ist. Vom selbstfahrenden Lastwagen bis zum Androiden, der Hotelgäste begrüßt, sind die ersten Prototypen jetzt schon auf dem Markt. Wenn man sieht, dass Toyota fast genauso viele Autos wie VW baut, aber nur fast die Hälfte an Arbeitnehmern hat, dann wird man eine Ahnung davon bekommen, wie sehr Roboter tatsächlich auf dem Vormarsch sind.

Auch im Formenbau geht schon seit vielen Jahren nichts mehr ohne den Computer. Roboter können Objekte dreidimensional scannen, berechnen und dann an einen 3D-Drucker schicken, der eine Matrize aus einem Kunststoff fertigt, die dann wiederum als Form für die eigentliche Metallmatrize dienen kann. Sowohl Spritzguss- als auch Druckgussmaschinen können schon heute weitgehend selbstständig arbeiten.

Wird der Beruf des Formenbauers dadurch bedroht sein? Nur dann, wenn sich Berufsbild und Berufstätige nicht an die Entwicklungen anpassen. Formenbau wird zunehmen automatisiert und technisiert, aber es wird immer noch Menschen brauchen die diese großen Anlagen managen und reparieren. Eine komplett autarke Fabrik ist eine Utopie. Allerdings wird ein Roboter-Formenbau weniger Hilfsarbeiter und so gut wie keine unqualifizierten Arbeiter mehr brauchen.

Der größte Roboter der Welt heißt M-2000iA und steht beim einem Formenbauer in Österreich. Das Gerät ist so groß wie ein Einfamilienhaus, konnte aber nach Aussagen der Besitzer die Effektivität der Produktion um 30 Prozent steigern. Das macht er untere anderem dadurch, dass er drei Maschinen gleichzeitig bedient. Darunter ist eine 5-Achs-Fräsmaschine. Viele Formenbauer bekommen heute nur noch dann Aufträge, wenn ein bestimmter Automatisierungsgrad nachgewiesen werden kann. Denn nur so können Formen präzise, kostengünstig und schnell ausgeliefert werden.

Gerade kleine Unternehmen werden von der Automatisierung profitieren können, denn sie brauchen keine langen Projektlaufzeiten, um Roboter in den Produktionsabläufe zu integrieren. Die Investitionskosten können sich schnell rechnen, wenn ein Roboter drei Schichten fahren kann, ohne eine Pause machen zu müssen.

Von der Form zum Legostein

Viele Teile aus Plastik, die uns im Alltag begegnen, bestehen zuerst nur in Form von Flüssigkeit, bis sie letztlich in Form gebracht werden. Ob Legostein oder Kochlöffel, ohne eine gute Form könnten wir sie nicht benutzen.

Heute wird zwischen dem Formenbau für Plastikteile und den Gießformen für Metallteile unterschieden. Formen haben zunächst einmal unterschiedliche Lebenszeiten. Die Dauerformen sind, wie es der Name sagt, auf eine dauerhafte Verwendung angelegt. Die so genannten verlorenen Formen werden nur einmal verwendet, oder besser: Sie gehen nach einer einzigen Verwendung verloren. Diese Formen werden oft aus Sand oder aus Wachs hergestellt. Gerade in der Medizintechnik werden oft Wachsformen verwendet, weil sie kostengünstig sind und zum Beispiel bei einer Prothese ohnehin nur einmal verwendet werden müssen, weil jedes Stück unterschiedlich ist.

Für die Dauerformen nimmt man meistens Metallformen, wenn es um hohe Stückzahlen geht und Formen aus Gips, Kunststoff oder Holz bei kleineren Stückzahlen. Im Altertum wurden auch Steine als Material für Formen verwendet.

Um eine Form zu schaffen braucht es eine Matrize. Diese ist eine Negativform des Teils, das man haben will. Man kann es mit den Förmchen vergleichen, die man als Kind im Sandkasten hatte. Diese Formen herzustellen ist heute eine komplizierte Angelegenheit. Anders als bei einer Sandburg müssen heute Genauigkeiten von unter einem Millimeter eingehalten werden. Dazu wird das Objekt, das man später gegossen haben will, als Prototyp in 3D im Computer erstellt oder mit einem Laser abgescannt. Die Daten werden dann mit Hilfe eines Computers verarbeitet, der wiederum eine NC-Maschine steuert, die dann die Form entsprechend aus einem Metallstück fräsen kann. Allerdings gibt man immer noch etwas drauf, um den Schwund durch Erkaltung auszugleichen.

Es ist nicht unüblich, dass man diese Formen noch per Hand nachbearbeitet, um die Innenseiten so glatt wie möglich zu bekommen. Als Formmaterial wird Stahl verwendet.

Bei Kunststoffprodukten wird das Ausgangsmaterial per Spritzgussverfahren in die Form gebracht, Aluminium und Zink wird per Druckguss eingegeben.